FILM, FOTOGRAFIE

Der alte alte Porzellinerspruch „100 Hände machen Porzellan“ war die Idee zu dieser Ausstellung. Eine fotografische Reise, 50 Portraits von Menschen die in dieser mittlerweile aussterbenden Branche gearbeitet haben oder vereinzelt noch arbeiten. Die Charaktere, die Vielfalt der Berufe (*ohne Anspruch auf Vollständigkeit), die Gesichter, die Lebensgeschichten. All das hat mich zu dieser Ausstellung inspiriert. Und es ist auch ein persönlicher Rückblick, nachdem ich als Fotograf seit Anfang der 80iger Jahre begonnen habe, für die Porzellanbranche zu arbeiten. Sicherlich waren es weit mehr als 200 000 Aufnahmen im speziell dafür ausgestatteten Studio, an sorgfältig recherchierten Locations wie in Como, Berlin oder Prag. Und in den von Porzellanstaub geschwängerten Fabriken, wo 100 Hände ein Stück Porzellan hergestellt haben.

Geb. 1927 in Selb als Sohn eines Porzellanmalers. Klassische Karriere als Maler, dann Kriegsdienst. Ihm gelang eine große Karriere als eines der wenigen „Eigengewächse“ im Bereich Design bei der damaligen Rosenthal AG. Im Ruhestand war er noch über 20 Jahre als freischaffender Künstler mit Atelier im Porzellanikon tätig. Seine Werke, die geprägt waren von experimenteller Freude im Umgang mit dem Werkstoff Porzellan, sind allgegenwärtig in Selb.

Hans Wilhelm Seitz gelang eine Karriere die sehr selten war in der Porzellanbranche. Ohne Studium, mit einer klassischen Lehre als Modeleur zum anerkannten und vielfach prämierten Designer. Seine Entwürfe für Arzberg, Schönwald und Erlus, einem Hersteller von Dachziegeln, werden bis heute produziert und wurden mit Red Dot, IF und German Design Award ausgezeichnet.

Geb. 1939 in Tröstau als Sohn eines Schusters. Sein malerisches Talent war schon in der Grundschule sichtbar. Ausbildung als Porzellanmaler bei der Porzellanfabrik Retsch in Wunsiedel. Ihm gelang eine ungewöhnliche Karriere u.a. mit seiner Porzellanmalschule, die ihm internationales Renommee einbrachte und ihn sogar für einige Zeit nach Japan brachte. Er ist bis heute noch in seinem Beruf tätig.

Geboren in Selb, stamme ich aus einer Familie mit langer Porzellantradition. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und Sprachstudien sammelte ich internationale Erfahrungen in Paris, London sowie beim Auswärtigen Amt und an der Deutschen Botschaft in Mexiko. Nach 25 Jahren im Ausland kehrte ich nach Selb zurück und arbeitete bei Rosenthal im Marketing und Design. Heute bin ich im Ruhestand und führe Besucher mehrsprachig durch das Porzellanikon in Selb-Plößberg und Hohenberg.

Geboren 1950 in Arzberg. Lehre 1966 bei Rosenthal Technik in Marktredwitz, später Tätigkeit im Rosenthal Studiohaus Nürnberg. 1970 Wechsel zur Porzellanfabrik Arzberg, ab 1984 Prokura. Ab 1996 Geschäftsführer bei SKV-Schirnding GmbH, die später die Marke Arzberg von der Winterling AG übernimmt. Ab 2003 Gesellschafter zu gleichen Teilen mit dem Designer Peter Schmidt. 2011 Verkauf des Unternehmens an Rudigier & Partner.

Startete seine Karriere bei Rosenthal im Jahr 1967 als Markenbildberater in Stuttgart. Ab 1977 Umzug in die Zentrale nach Selb. Er gestaltete alle wichtigen Ausstellung und Präsentationen für Rosenthal über Jahrzehnte. Ihm ist es zu verdanken, dass es im Porzellanikon das originale Atelier von Björn Winblad gibt, mit dem er eine lebenslange Freundschaft pflegte.

Geboren 1940 in Selb. Ohne ihn hätte es viele Objekte von Rosenthal nicht gegeben. Er war der führende Modeleur, der die Entwürfe der porzellan-unerfahrenen Künstler, wie Paolozzi, Warhol oder Vasarely, produktionstauglich machte.

Wolfgang Baumgärtel, geboren in Selb, hat Keramtechnik am Böttcher-Institut studiert, war dann 20 Jahre bei Rosenthal als Techniker tätig, danach von 1979 bis 1981 an der Fachschule in Selb. Im Anschluß 20 Jahre bei Villeroy & Boch.

Geboren 1965 in Helmbrechts.

Geboren 1936. Er war viele Jahre in den 1980iger Jahren als Vorstand für die Rosenthal AG u.a. im internationalen Einkauf tätig.

Geboren 19xy in Selb. Joachim Reuer war Mister Rotbühl…..

Marcello Morandini, geboren 1940 in Mantova, war einer der erfolgreichsten und produktivsten Designer von Rosenthal. Er ist der wohl prominenteste Vertreter der konkreten Kunst in Italien. Ihn verband eine intensive Freundschaft mit Phillipp Rosenthal, für den er ab Ende der 1970iger Jahre arbeitete. Als Produktgestalter, aber auch als Architekt. Das Spiegelhaus in Selb ist das weithin sichtbare Werk seiner Arbeit für Rosenthal und zugleich Symbol für sein interdisziplinäres Schaffen.

Eugen Gommringer war die Schnittstelle zu den berühmten Künstlern, die für Phillipp Rosenthal gearbeitet haben bzw. arbeiten sollten. Seine internationalen Kontakte in die Kunstwelt waren ein Schatz für die Entwicklung von Rosenthal ab den 1960er Jahren. Seine Zugreise nach Barcelona zu Salvador Dali mit einem Geldkoffer der 50 000 Dollar „Besprechungshonorar“ für Dali enthielt, war wohl sein schillerndstes Erlebnis in dieser Epoche. Nach seiner Zeit bei Rosenthal gründete er das Institut für konkrete Poesie im Kunsthaus Rehau. Auch hier schaffte er es, namhafte Künstler für Ausstellungen zu gewinnen.

Clifford Klinger absolvierte eine Lehre als Porzellanmaler bei Fürstenberg von 1983 bis 1987. Von 1990 bis 1993 besuchte er die Fachschule in Selb und war danach als Restaurator im Porzellanikon bis 2007 tätig. Im Anschluß Tätigkeit in der Manufaktur Flügel. Danach Wechsel in die Autoindustrie.

Horst Weidner, geboren in Marktredwitz, begann als 17 jähriger eine Ausbildung als Modeleur bei Rosenthal, wurde später Arbeitnehmervertreter im Vorstand und danach Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Keramik und Papier in Oberfranken.

Peter Zeiner war xy Jahre im Designstudio von Rosenthal tätig.

Manuela Wächter begann 1983 als 15 jährige eine Lehre als Porzellanmalerin bei der Firma Retsch in Wunsiedel und war bis 1996 dort tätig. Dann begann sie eine Umschulung zur Bauzeichnerin.

Sonja begann 1984 eine Tätigkeit in der Packerei der Porzellanfabrik Retsch. Sie arbeitete sich hoch in die Postabteilung, zuständig für Bestellungen von Privatkunden, dann Qualitätskontrolle und interne Logistik. Nach dem Ausscheiden 1989 begann sie eine Umschulung zur Altenpflegerin.

Jörg Bauriedel ist seit 40 Jahren bei Rosenthal tätig. Er ist verantwortlich für die Produktion im Werk Rotbühl.


Der 1945 in Rehau geborene Künstler lebt und arbeitet in Selb. Erste künstlerische Impulse erhielt er als Gaststudent an der Akademie für angewandte Kunst in Wien. Es folgte eine Ausbildung an der Staatlichen Höheren Fachschule für Porzellan in Selb sowie eine Tätigkeit als Entwerfer in der Porzellanindustrie.
Ab 1974 war er als Werbeleiter bei Schönwald Hotelporzellan tätig. Seit 1978 entstehen seine ersten Deformations-Objekte, die einen zentralen Bestandteil seines künstlerischen Schaffens bilden. Seit 1993 arbeitet er freischaffend.
Seit 1970 ist der Künstler mit Ausstellungen im In- und Ausland vertreten, darunter beim Concorso Internazionale della Ceramica d’Arte in Faenza (Italien), im Museum der Deutschen Porzellanindustrie in Hohenberg an der Eger, im Landesmuseum Oldenburg sowie in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Zwinger. Weitere Ausstellungen fanden unter anderem in der Galerie Europa, in Tulsa (Oklahoma, USA), in der Galerie Kulturgut sowie im Raum für Kunst in Fürth statt.

Nach einem zweijährigen Praktikum bei der Firma Hutschenreuther und dem Studium am Johann Friedrich Böttger Institut in Selb und an der Technischen Universität Berlin promovierte Jürgen Heinrich 1979 am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln. Als Universitätsprofessor für Ingenieurkeramik an der Technischen Universität Clausthal war er Präsident der Deutschen und der Europäischen Keramischen Gesellschaft, Geschäftsführer der International Ceramic Federation und Visiting Professor an der Chinese Academy of Sciences. Seit seinem Renteneintritt im Jahr 2014 lebt er wieder in seiner Geburtsstadt Selb.

Seit ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau von 1967 bis 1970 war die in Selb geborene Eva Heinrich eng mit der Firma Rosenthal verbunden. Kurz nach ihrer Ausbildung arbeitete sie ein Jahr bei der Rosenthal Skandinavien Försäljnings AB in Stockholm. In den achziger Jahren war sie als Sachbearbeiterin in der Verkaufsleitung der Rosenthal Einrichtung in Selb und im Studiohaus in Bonn tätig.

Geboren 1961 in Vohenstrauß, wuchs Wolfgang Stefan in Selb auf. Nach einer mit Auszeichnung abgeschlossenen Ausbildung zum Kerammodelleur bei Hutschenreuther wurde er früh in die Kunstabteilung übernommen und realisierte bereits während der Lehrzeit eigene Entwürfe.
Von 1983 bis 1989 studierte er Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, wurde 1985 zum Meisterschüler ernannt und schloss sein Studium mit Diplom ab. Parallel blieb er durch ein Stipendium und praktische Tätigkeit eng mit Hutschenreuther verbunden.
Seit 1989 ist er als freischaffender Bildhauer und Dozent an der Staatlichen Fachschule für Steintechnik und Gestaltung in Wunsiedel tätig. Für Hutschenreuther sowie später für namhafte Porzellan- und Glashersteller wie Rosenthal, Meißen und Fürstenberg entwarf er zahlreiche Figuren und Serien.
Seine Arbeiten im Bereich Kunst am Bau wurden mehrfach ausgezeichnet und im öffentlichen Raum realisiert. Bis heute steht für ihn die besondere ästhetische Qualität des Materials Porzellan im Mittelpunkt seines Schaffens.

Geboren 1966 in Selb, wurde Kai Hammerschmidt früh von der gestalterischen Kraft seiner Heimat und der traditionsreichen Porzellanindustrie geprägt.
Seine Ausbildung zum Modelleur bei Hutschenreuther in Schönwald ab 1983 legte das handwerkliche Fundament. Anschließend vertiefte er sein gestalterisches Können an der Designfachschule in Selb, die er nach vier Jahren erfolgreich als Produktdesigner abschloss.
Sein weiterer Weg führte ihn zu dem renommierten Modelleur Werner Uhl, wo er nicht nur seine Fähigkeiten weiterentwickelte, sondern auch Kenntnisse zum Figurenmodelleur erlangte – ein entscheidender Schritt hin zu seiner späteren künstlerischen Handschrift.
Bereits 1990 beteiligte er sich auch wirtschaftlich an der Porzellanmanufaktur „Werner Uhl Design“, bevor er 1992 gemeinsam mit Klaus Gohl mit unternehmerischem Mut und klarer Vision das Unternehmen KaGo & Hammerschmidt in Wunsiedel gründete.
Was als Idee begann, entwickelte sich zu einer erfolgreichen Verbindung aus Handwerk, Design und Inszenierung: hochwertige Kunstfelsenlandschaften, atmosphärische Wandmalereien sowie naturgetreue Textilpflanzen, Palmen und Bäume.
Seit 2001 ist das Unternehmen Marktführer in Deutschland und realisiert Projekte weltweit.
Kai Hammerschmidt steht für die Verbindung aus traditionellem Können, gestalterischer Leidenschaft und unternehmerischer Konsequenz – mit dem Anspruch, Räume zu schaffen, die Menschen berühren und begeistern.

Am 1. September 1971 begann ich meine Ausbildung als Figurenkerammaler bei der Porzellanfabrik W. Goebel in Rödental, die damals ihr 100-jähriges Jubiläum feierte und vor allem für die erfolgreichen Hummelfiguren bekannt war. In den 1970er Jahren beschäftigte das Unternehmen bis zu 1.600 Mitarbeiter.
Während meiner Ausbildung wurde ich mehrfach ausgezeichnet, übernahm zusätzliche Aufgaben und schloss meine Prüfung 1973/74 mit „Sehr gut“ ab. Anschließend arbeitete ich in der angesehenen Mustermalerei.
1974 begann ich eine Weiterbildung an der Fachschule für Porzellan in Selb, die ich 1977 ebenfalls mit „Sehr gut“ abschloss und zusätzlich den Titel „Staatlich geprüfter Dekorentwerfer“ erwarb.
Im selben Jahr kehrte ich zu Goebel zurück und arbeitete als Assistent des Betriebsleiters. Parallel studierte ich an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, unterstützt durch ein Stipendium meines Arbeitgebers.
1983 wurde ich Fachlehrer an der Staatlichen Fachschule für Porzellan und übernahm eine Abschlussklasse. Neben meiner Lehrtätigkeit setzte ich mein Studium fort und wurde 1982 zum Meisterschüler ernannt.
1992 erhielt ich die Funktion des Fachbetreuers für künstlerische Gestaltung, und im Jahr 2000 wurde ich stellvertretender Schulleiter am Staatlichen Berufsbildungszentrum für Keramik.
